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ToggleLetztes Update: 29. Oktober 2024
Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr für mich. Die Lymphom-Diagnose Anfang des Jahres und die anschließende Chemotherapie haben Einiges in meinem Leben verändert. Auf einmal erkennt man, welches für einen wichtige Dinge sind und welchen Themen man ruhig etwas weniger Aufmerksamkeit schenken darf.
Aber es entstehen auch neue Ideen.
Die Idee
Der Auslöser der Idee waren meine persönlichen Erfahrungen ab dem Zeitpunkt der Diagnose meiner Lymphom-Erkrankung. Die Entscheidung, einen Blog zu schreiben, um meine Reise mit der Krebserkrankung öffentlich zu machen, fiel mir leicht. In den ersten Wochen nach der Diagnose begegnete ich Menschen, die sowohl selbst Krebspatient:innen waren oder sind, als auch Menschen, die betroffenen Personen nahestehen. All diese wiederkehrenden Gespräche gaben mir Rückhalt und haben mich getragen.
Ich habe in den Gesprächen festgestellt, dass das Thema Krebs immer noch ein Tabuthema ist, über das man nur ungern spricht. Trotz allem ist es wichtig, darüber reden zu können. Jeder Mensch, mit dem ich über meine Erkrankung gesprochen habe, hat ein anderes Gesprächsbedürfnis. Dazu gehört nicht nur, überhaupt über Krebs sprechen zu können, sondern auch bis zu welcher Informationstiefe man sich über die Krankheit unterhalten kann.
Die Idee war geboren.
Die ersten Gedanken basierten u.a. darauf, dass die britische Königsfamilie Anfang des Jahres den offensiven Weg in die Öffentlichkeit gegangen war und die Krebserkrankung von Kate Middleton publik gemacht hatte. Dies war ein sehr großer Schritt, wenn man bedenkt, dass in der Vergangenheit eher Verschwiegenheit an der Tagesordnung war. Dies führte im Sommer zu dem markanten Projekttitel „If the Royals can do it, you can do it.“ Den gelebten Mut der Royal Family wollte ich aufgreifen und zum Motto machen. Aber irgendwie fühlte sich das Ganze noch nicht rund an, es war nicht griffig genug.
Was lag näher, als jemanden um Rat zu fragen, der zum einen ebenfalls ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht hat, und zum anderen einen professionelleren Blick auf die Entwicklung von persönlichen Projekten hat. Ich habe mich mit Beá Beste getroffen und über meine Gedanken und Beweggründe meiner Idee gesprochen. Ihre gezielten Nachfragen führten weg von meiner ursprünglichen Idee, die sich zu sehr auf Krebserkrankungen fokussierte. Wir bekamen den Twist hin zum Positiven. Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, über persönliche Erfahrungen und Krebs zu sprechen, sondern wir erweiterten das Thema auf unsichtbare Erkrankungen, die sogenannten Hidden Disabilities. Wir legten den Fokus darauf, als Ansprechpersonen zu dienen und den Dialog sowie die Diskussion rund um Erkrankungen, die man nicht auf den ersten Blick wahrnimmt, zu fördern.
Das Ziel war und ist, einfach als Ansprechperson da zu sein. Es geht nicht darum, Leute aktiv in Gespräche zu drängen. Chris Huntingford hat auf dem diesjährigen Scottish Summit in Aberdeen eindrucksvoll beschrieben, wie es ist, niemanden zu haben, mit dem man über seine Probleme sprechen kann. Das hat mich persönlich sehr bewegt und nachhaltig beeindruckt.
Aber zurück zur Idee.
Im September diesen Jahres habe ich meine Idee auf den CollabDays in Hamburg mit meiner MCT Kollegin Sara Fennah besprochen. Sara half mir, die Idee weiter zu verfeinern und das Thema ganzheitlicher zu greifen. Es geht um mehr. Hidden Disabilities sind nun einmal nicht nur definierbare Krankheiten. Es sind ebenso besondere Herausforderungen, denen Menschen sich am Arbeitsplatz und im Privaten täglich stellen müssen. Aus der ursprünglichen, etwas langatmigen Idee „If the Royals can do it, you can do it“ oder „If the Royals can do it, you can too“ wurde etwas prägnant Kurzes.
Mit dem Feedback von vielen lieben Menschen ist nun mein neues Projekt „Discuss At Ease“ geboren.
Discuss At Ease
Um was geht es konkret?
Ausgangspunkt ist mein neuer Talk, in dem ich meine persönlichen Erfahrungen und Wegpunkte meiner Lymphom-Reise teile. Es ist sozusagen die Zusammenfassung des Erlebten, was ich in meinem Indolent-Blog dokumentiere. Die Inhalte des Talks entwickeln sich mit dem täglich Erlebten und dem Feedback der Community immer weiter.
Aktuell stehen für mich, sowohl im Talk, als auch im persönlichen Gespräch folgende Themengebiete im Vordergrund:
- Nicht sichtbare Beeinträchtigungen (Hidden Disabilities)
- Herausforderungen an deinem Arbeitsplatz (Inklusion, Diversität, Mobbing, etc.)
Allein diese beiden Punkte beinhalten schon ein sehr breites Themenfeld. Darüber hinaus können wir auch über folgende Aspekte sprechen:
- Strategien zum Umgang mit chronischen Krankheiten im Berufsleben
- Erfahrungen und Tipps zum besseren Umgang mit mentalen Belastungen
- Ideen zur Förderung von Transparenz und offener Kommunikation über gesundheitliche Herausforderungen
Wenn du mich auf (IT-)Konferenzen siehst, möchte ich, dass du weißt, dass du mich gerne ansprechen kannst, um über deine persönlichen Herausforderungen zu reden. Du erkennst mich an diesem Symbol.

“Discuss At Ease”-Logo
Ich habe nicht immer eine Antwort oder Lösung parat. Aber wenn man sich in einer sicheren Umgebung austauschen kann, ist das der erste wichtige Schritt getan.
Falls du mehr über „Discuss At Ease“ erfahren oder mich auf dein Event einladen möchtest, oder Ideen für mein Herzensprojekt hast, schreib mir einfach: talk@stensitzki.de.
Wir sehen uns.
Bleib gesund.
Links
- Mein Talk bei Sessionize
- Aufzeichnung “From Depression to Elation – How the community changed my life” – Chris Huntingford
