Exchange Server SE – Es war noch nie so einfach

Die erste Ankündigung einer neuen Exchange Server Version geht bis in das Jahr 2020 zurück. Greg Taylor hatte auf der MS Ignite 2020 mit der Ankündigung von Exchange Server vNext den Spekulationen zu einer Nachfolgerversion von Exchange Server 2019 den Wind aus den Segeln genommen. Ebenso zeigte der Blogartikel von Scott Schnoll Mitte 2022 in die gleiche Richtung. Es wird eine neue Version von Exchange Server geben.

Schon Mitte 2022 wurde die Empfehlung, auf ein neues Betriebssystem zu wechseln, klar und deutlich formuliert. Das aktuelle Betriebssystem zu der Zeit war bereits Windows Server 2022 und nicht mehr Windows Server 2019.

Ebenso wissen wir seit den ersten Informationen zu Exchange Server vNEXT, dass ein In-Place Upgrade geplant war, wie das folgende Diagramm aus 2021 zeigt.

Zeitleiste zur Entwicklung und Unterstützung von Exchange Server-Versionen von 2013 bis 2025, einschließlich der Ankündigung von Exchange Server vNEXT.
Zeitplan zu Exchange Server vNEXT


In 2021 stand ebenfalls bereits fest, dass das Ende des Mainstream-Support von Exchange Server 2019 auf den 9. Januar 2024 vorgezogen wurde.

Wie wir alle wissen, kam dann doch alles anders. Zumindest, was die zeitliche Planung, und nicht nur diese, angeht. Es gab, mehr oder weniger spontan, Sicherheitslücken in den seinerzeit unterstützten Exchange Server Versionen zu beseitigen. Diese Anpassungen, in mehreren Code-Linien, war ressourcenaufwändig. An eine Weiterentwicklung der Nachfolgerversion war nicht zu denken.

 

Kein neues Produkt – Kein Handlungsbedarf

Produktankündigungen sind nun mal nur warme Worte. Es gab keinen Grund, sich dem Thema Exchange Server oder Windows Server Upgrade zu widmen. Schließlich lag das finale Supportende von Exchange Server 2016 und 2019 in weiter Ferne. Der 14. Oktober 2025 lag Äonen entfernt. Auch das Ende des Mainstream-Supports für Windows Server 2019 am 9. Januar 2024 löste keine Aktionen aus. In vielen Umgebungen gilt erst das Ende des Extended-Supports als Auslöser für Exchange Server Plattform-Planungen. Und der 9. Januar 2029 ist eine astronomische Einheit entfernt. Und außerdem überlegt es sich Microsoft ja bestimmt noch einmal anders.

Die Exchange Server Plattformen, als Arbeitstiere für Nachrichten-basierter Kommunikation, taten ihre Arbeit. Sie funktionierten und funktionieren, in den meisten Fällen, störungsfrei.

In der Zwischenzeit hat das Exchange Produktteam eine Reihe von Exchange Sicherheitsfunktionen in Exchange Server 2016 und 2019 implementiert, um den Bedrohungen der heutigten Zeit besser begegnen zu können. Diese wurde leider nicht immer so zeitnah in Kundenumgebungen aktiviert, wie man es sich aus IT-Sicherheitssicht gewünscht hat. Viel zu viele Exchangeumgebungen sind schlecht bis gar nicht gepatcht.

Und so kommt, wie auch jedes Jahr der 24. Dezember, das gleichzeitge Supportende von Exchange Server 2016 und 2019 am 14. Oktober 2025 völlig überraschend.

 

Exchange Server Subscription Edition

Nach der Ankündigung des finalen Produktnamens des letzten, weil versionslosen, Releases von Exchange Server und der schwammigen Ankündigung einer Veröffentlichung Anfang H2 2025, war die Aufregung groß.

“Der Zeitraum für eine Migration ist viel zu kurz.”

“Was hat sich Microsoft denn dabei gedacht?”

Dies sind nur zwei (harmlose) Beispiele von Aussagen, die mir bei Community-Veranstaltungen begegnet sind, wenn ich über Exchange Server SE gesprochen habe.

Es gab in der Geschichte von Exchange Server nie eine einfachere Möglichkeit einen Versionswechsel durchzuführen. Exchange Server 2019 CU14 oder CU15 können In-Place auf Exchange Server SE aktualisiert werden.

Um es an dieser Stelle noch einmal zu wiederholen, die Änderungen, die Exchange Server SE mit sich bringt sind:

  • Der Produktname des installierten Produktes ändert sich von Exchange Server 2019 zu Exchange Server
  • Die zur Installatiopn gehörende Lizenzdateien (RTF) ändern sich
  • DIe Buildnummer des installierten Programmcodes ändert sich zu 15.2.2562.17

Das ist es. – Wirklich!

Technisch enthielt jedes CU für Exchange Server 2013, 2016 oder 2019 mehr Codeänderungen. Und bei CU-Installationen gab es vorher nie große Aufregung. Oder?

Ein kleines Beispiel:

VORHERNACHER
Exchange Server CU14 RTM15.2.1544.415.2.1748.10Exchange Server CU15 RTM
Exchange Server CU15 RTM15.2.1748.1015.2.1748.26Exchange Server CU15 Mai HU
Exchange Server CU15 Mai HU15.2.1748.2615.2.2562.17Exchange Server SE RTM

Bei einer Migration von Exchange Server 2019 zu Exchange Server SE ändert sich weder die Major Version (15) noch die die Minor Version (2). Ganz im Gegensatz zu den Migration von Exchange Server 13 (15.0.x) zu Exchange Server 2016 (15.1.x) und final zu Exchange Server 2019 (15.2.x). Es ändern sich wirklich nur die Buildnummer (1748 zu 2562) und die gerade aktuelle Releasenummer (17). Das ist alles.

Somit ist Exchange Server SE technisch noch nicht einmal eine neue Minor Version.

Was in vielen Köpfen für Unruhe sorgt, ist der Namenswechsel von Exchange Server 2019 hin zu Exchange Server SE. Historisch sind wir daran gewöhnt, dass der Namenswechsel eines Produktes einen neuen Major-Release darstellt. Dies führt, aus meiner Sicht, bei Vielen zu der Überlegung, dass man nun einen vollständigen Softwareeinführungsprozess durchführen muss. Was sich ändert, ist der Anzeigename, der sich, wie schon erwähnt, im Startmenü von Exchange Server 2019 zu Exchange Server ändert. Der Zusatz SE findet dort keine Anwendung.

Ich möchte daher an dieser Stelle noch einmal dafür werben, den Wechsel zu Exchange Server SE zeitnah anzugehen, um für das Supportende am 14. Oktober 2025 gewappnet zu sein. Die Ankündigung, dass das erste CU für Exchange Server SE nicht den angekündigten Block der Koexistenz mit Exchange Server 2016 und 2019 enthalten wird, sollte nicht als Freibrief für eine verschleppte Softwareaktualisierung verstanden werden. Sich weit über den 14. Oktober 2025 hinaus ins nächste Jahr retten zu wollen, ist eher ein Zeichen schlechter bzw. zu spät gestarteter Migrationsplanungen.

Happy Updating.

Viel Spaß mit Exchange Server SE.

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