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ToggleDie Exchange Produktgruppe sorgt mit einem neuen Blogpost für mehr Klarheit zu Exchange Server SE. Seit Veröffentlichung der aktualisierten Roadmap im Frühjahr diesen Jahres, sind viele Fragen offen geblieben. Exchange MVPs hatten die Gelegenheit, Fragen und Sorgen der Kunden an die Produktgruppe zurückzumelden. Leider haben es nicht alle Punkte in den neuen Blogartikel geschafft. Aber schauen wir und die einzelnen Punkte und die Antworten im Detail an.
Exchange Server SE
Bis zum Herbst 2025 werden folgende Exchange Server Releases veröffentlicht.
- Exchange Server 2019 CU15
- Exchange Server SE RTM
- Exchange Server SE CU1
Im Blogartikel zur Roadmap wurde nicht ganz deutlich, wie die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Release sind. Dies hat sich geändert.
| Release | Release-Datum | Beschreibung | Koexistenz |
|---|---|---|---|
| Exchange Server 2019 CU15 | 2. Halbjahr 2024 | Letztes CU für Exchange Server 2019 | Keine Koexistenz mit Exchange Server 2013 (Blockiert durch Setup) |
| Exchange Server SE RTM | Frühes 2. Halbjahr 2024 | Programm-Code ist identisch zu Exchange Server 2019 CU15 (inkl. eventueller Security Updates seit CU15) Keine neuen Features | Keine Koexistenz mit Exchange Server 2013 (Blockiert durch Setup) |
| Exchange Server SE CU1 | Spätes 2. Halbjahr 2024 | Erste neue Exchange Server SE Features | Keine Koexistenz mit Exchange Server 2013, Exchange Server 2016 oder Exchange Server 2019 (Blockiert durch Setup) |
Die Aussagen zum Veröffentlichungsdatum der jeweiligen Release folgt mal wieder dem Ansatz “It’s ready when it’s ready.”
Es gab in den letzten Monaten zahlreiche Stimmen, man wolle auf Exchange Server SE CU1 warten, bevor man eine Migration durchführt. Schließlich beinhaltet erst das CU1 neue Funktionen.
Dies ist kein guter Ansatz, das das CU1 eine Koexistenz mit Exchange Server 2013, 2016 oder 2019 ausschließt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Exchange Server SE CU1 haben alle Vorversion bereits ihr Lebensende erreicht.
Exchange Server Support Status
Im nächsten Jahr kommen sowohl Exchange Server 2016 als auch Exchange Server 2019 an ihr Lebensende. Und dies sogar am gleichen Tag. Die folgende Tabelle hilft bei der Planung einer Migration oder als Entscheidungshilfe für eure lokalen Betriebsszenarien.
| Exchange Version | Supportende | Support-Status bei Veröffentlichung von | ||
|---|---|---|---|---|
| Exchange 2019 CU15 | Exchange SE RTM | Exchange SE CU1 | ||
| Exchange 2013 | 11. April 2023 | Nicht unterstützt | ||
| Exchange 2016 CU23 | 14. Oktober 2025 | Erweiterter Support | Erweiterter Support | Nicht unterstützt |
| Exchange 2019 CU14/CU15 | 14. Oktober 2025 | Erweiterter Support | Erweiterter Support | Nicht unterstützt |
Die zuvor angesprochene Blockierung der Koexistenz mit nicht mehr unterstützten Exchange Server Versionen hat zur Folge, dass diese Versionen vollständig und auf einem unterstützten Weg dekomissioniert werden müssen. Nur so wird sichergestellt, dass die Server mit Altversionen nicht mehr in der Konfigurationspartition des Active Directory vorhanden sind. Dies gilt ebenso Edge-Transport-Server, für die ein Abonnement zu einer Active Directory Site eingerichtet ist.
FAQ Anmerkungen
Der Blogartikel der Produktgruppe beantwortet viele Fragen, die ihr in den letzten Monaten gestellt habt, ausführlich. Auf der anderen Seite sind einige Antworten doch auch wieder unpräzise. HIer sind ein paar weitergehende Informationen dazu.
Lizenzanforderungen
Grundsätzlich gibt es zwei Optionen für die Lizensierung von Exchange Server SE (Server + CAL):
- Lizensierung über Microsoft 365-Lizenzen
- Jeder Account, der auf Exchange Server SE zugreifen möchte, muss über eine beliebige Cloud-Lizenz mit Exchange Online-Plan verfügen (diese funktioniet als CAL)
- Microsoft 365 E3/E5-Lizenzen bietet im Rahmen der Extended Use Rights die Möglichkeit, beliebig viele Instanzen der Productivity Server, z.B. Exchange Server, zu installieren
- Gibt es keine Microsoft 365 E3 oder E5 Lizenzen im Mandanten, so muss Exchange Server SE über Option 2 lizensiert werden
- Exchange Server SE Server-Lizenzen + CAL
- Die direkte Lizensierung von Exchange Server SE erfordert ein Standard- oder Enterprise-Lizenz inklusive Software Assurance
- Die Lizensierung der Clients erforderte Exchange Server CALs inklusive Software Assurance
- Ohne aktive Software Assurance besteht kein Zugriff mehr auf Software-Updates
Lizenzprüfung
Der Versionsname Subscription Editon lässt vermuten, dass Exchange Sevrer SE in regelmäßigen Abständen nach Hause telefonieren möchte, um den aktiven Lizenzstatus zu überprüfen.
Hier ist die Produktgruppe klar in ihrer Aussage. Es findet keine Online.Prüfung statt. Der Lizenzschlüssel wird, wie auch in der Vergangenheit, offline auf seine Integrität geprüft.
Der Betrieb von Exchange Servern in einem Netzwerksegment, das keinen direkten Zugang zum Internet hat, ist ein gängiges Betriebsszenario. Daher macht eine Online-Prüfung keinen Sinn.
Kostenfreie Lizenz für Hybrid-Server
Auch mit Exchange Server SE ist der Hybrid Configuration Wizard (HCW) in der Lage, nicht lizensierte Exchange Server als Hybrid- bzw. Koexistenz-Server zu lizensieren. Es gilt weiterhin die Einschränkung, dass auf einem Hybrid-Server keine Postfächer gehostet werden dürfen. Ein als Hybrid-Server lizensierter Exchange Server darf nur für die Empfängerverwaltung verwendet werden.
Der HCW kann nur Exchange Server mit Postfach-Rolle lizensieren. Edge-Transport-Server sind von dieser Lizensierung ausgenommen. Diese Systeme benötigen eine Exchange Server SE-Lizenz.
Beta-Phase
Es wird keine dedizierte Beta-Phase für Exchange Server SE geben. Der Grund hierfür ist, dass Exchange Server 2019 CU15 codeidentisch zu Exchange Server SE ist. Daher besteht kein Bedarf an einer offiziellen Beta-Phase.
Kunden, die am TAP-Programm teilnehmen, erhalten vorzeitigen Zugriff auf Exchange Server SE Releases.
Windows Server In-Place Upgrade
Wie in der Vergangenheit schon, unterstützt auch Exchange Server SE ein In-Place Upgrade des Windows Server Betriebssystems nicht. Die Versuchung ist verlockend, aber solch ein Upgrade macht Exchange Server kaputt.
Die Produktgruppe arbeitet anscheinend an einer Möglichkeit, wie sie im Blogartikel durchblicken lässt, aber aktuell bleibt es beim alten Vorgehen. Es müssen neue Server provisioniert und Postfächer umgezogen werden.
Daher lautet die Empfehlung für eine zukunftssichere Exchange Implementierung, Exchange Server 2019 CU15 auf Windows Server 2025 zu installieren und anschließend ein Exchange Server SE In-Place Upgrade durchzuführen.
Aktuelle weitergehende Informationen findest du auch in meinem Tech Talk YouTube-Kanal.
Links
- Upgrading your organization from current versions to Exchange Server SE
- Exchange Server Roadmap Update – Mai 2024
- Exchange Server SE – Update
- Podcast: Exchange Server SE Panel Diskussion
- Tech Talk – YouTube-Kanal
Du hast Fragen zu Exchange Server SE? Dann nutze gerne die Kommentarfunktion dieses Artikels.
Viel Spaß mit Exchange Server!

2 Antworten
Hallo Thomas,
eine kurze Frage stellt sich mir bei der Lizensierung. Ich habe bis jetzt noch keine Infos gefunden das in Zukunft ein Exchange Online Plan als CAL für Exchange Server SE gelten wird. Hast du hierzu vielleicht eine Quelle oder Infos?
Vielen Dank schonmal.
Viele Grüße
Lukas
Hallo Lukas,
die Informationen zu CALs sind eine Grauzone hinsichtlich Informationen. Nicht alle Cloud-Lizenzen sind automatisch CAL-tauglich für den Zugriff auf On-Premises Ressourcen. Man darf nicht vergessen, dass der Zugriff auf Exchange Server ja nicht nur eine Exchange Server CAL, sondern auch eine Windows Server CAL erfordert.
Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann sind Microsoft 365 E3/5-Lizenzen dein Freund. (https://www.microsoft.com/licensing/terms/productoffering/Microsoft365/EAEAS?WT.mc_id=M365-MVP-5003086)
Ansonsten hilft vielleicht die Übersicht der Bridging-Lizenzen, je nach Einsatzszenarion (https://m365maps.com/files/CAL-All-Bridges.htm)
-Thomas