Wer sich in der MVP- und MCT-Community engagiert, kennt das Gefühl: Die Leidenschaft für IT ist nicht nur ein Beruf, sondern ein Teil der eigenen Identität. Was einst als Hobby begann, wurde zur Profession. Und mit dieser Profession kam eine Verantwortung, die weit über den klassischen Arbeitsalltag hinausgeht.
Gerade in der Community-Arbeit verschwimmen die Grenzen. Der Feierabend wird zur Ausnahme, das Wochenende zur Bühne für Sessions, Blogartikel, Mentoring und Austausch. Was man tut, tut man aus Überzeugung. Doch genau darin liegt auch die Herausforderung. Denn wenn das, was man liebt, zum Beruf wird, fällt es schwer, einen klaren Schlussstrich zu ziehen. Die Leidenschaft kennt keine Uhrzeit.
Hinzu kommt ein Aspekt, über den selten gesprochen wird: der unterschwellige Konkurrenzdruck.
Besonders in der MVP-Community ist er spürbar, wenn es um die Auswahl von Sessions auf Konferenzen geht. Man bereitet sich intensiv vor, investiert Zeit und Herzblut in ein Thema, nur um dann zu erfahren, dass der eigene Vorschlag nicht angenommen wurde. Die Enttäuschung sitzt tief, auch wenn man sich bemüht, sie nicht zu zeigen. Denn in einer Community, die von Exzellenz lebt, fühlt sich Ablehnung schnell wie ein persönliches Scheitern an.
Was es noch schwerer macht: Über diese Gefühle offen zu sprechen, fällt vielen schwer. In persönlichen Gesprächen fehlt oft der Raum oder der Mut, solche Themen anzusprechen. Öffentlich darüber zu schreiben, scheint fast ein Tabu zu sein. Dabei wäre genau das so wichtig. Denn nur wenn wir auch die Schattenseiten unseres Engagements benennen, können wir langfristig gesund und mit Freude Teil dieser Community bleiben.
Die Entscheidung eines geschätzten Kollegen, das MVP-Programm zu verlassen, hat mich tief bewegt. Sie war ein stilles, aber kraftvolles Zeichen dafür, dass es manchmal notwendig ist, sich selbst an erste Stelle zu setzen. Nicht aus Schwäche, sondern aus Stärke. Aus dem Wunsch heraus, das Gleichgewicht wiederzufinden zwischen dem, was wir für andere tun, und dem, was wir für uns selbst brauchen.
Dieser Moment hat mich zum Nachdenken gebracht. Über meine eigene Rolle. Über Erwartungen. Über das, was ich geben kann und was ich geben will. Und über die Frage, wie wir als Community Räume schaffen können, in denen nicht nur Leistung zählt, sondern auch Menschlichkeit.
Warst du auch schon einmal an einem Punkt, an dem du gezweifelt hast und das Gefühl hattest, nicht darüber sprechen zu können? Wenn du magst, teile deine Gedanken in den Kommentaren oder schreibe mir direkt. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir offener über diese Seite unserer Community sprechen. Denn echte Stärke zeigt sich nicht nur in dem, was wir leisten, sondern auch darin, wie ehrlich wir mit uns selbst und miteinander umgehen.
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