Exchange Server vNext kommt

Nach einer langen Zeit der Funktstille hat die Exchange Produktgruppe endlich weitere Informationen für die Veröffentlichung der nächsten Exchange Server Version bekanntgegeben. Zusätzlich gibt es auch weitere Informationen, die für die Planung eines Upgrades wichtig sind.

Die Voraussetzung für eine In-Place Installation zur nächsten Version von Exchange Server kommt mit dem Microsoft Exchange Server 2019 CU15.

Wie schon auf dem diesjährigen Exchange Summit in Würzburg beschrieben, ist jetzt die richtige Zeit, um auf Exchange Server 2019 zu migrieren. Aber lass uns auf die Details schauen.

Microsoft Exchange Server SE

Die wichtigsten Fakten zu Microsoft Exchange Server:

  • Die nächste Version von Exchange Server enthält keine Version mehr im Name, wie z.B. Exchange Server 2019. Der neue Produktname lautet Exchange Server Subscription Edition, oder kurz Exchange Server SE.

    Dies ist dem neuen Servicing Prozess geschuldet. Die nächste Version wird, ähnlich SharePoint Server SE, mit kumulativen Aktualisierungen auf Stand gehalten. Die halbjährlichen CUs kennen wir ja schon länger, jedoch gibt es nun keinen Mainstream und Extended Support-Zeitraum mehr.
  • Exchange Server SE wird in Q3 2025 verfügbar sein

    Der Zeitraum zwischen Veröffentlingsdatum von Exchange Server SE und dem End-Of-Life-Datum von Exchange Server 2016 und 2019 ist sehr kurz.

  • Die Einspielung der halbjährlichen Update kumulativen Updates wird verpflichtend sein, um im Rahmen der Modern Lifecycle Policy einen unterstützten Betriebszustand zu haben und um so auch Unterstützung von Microsoft erhalten zu können

  • Verfügbarkeit der RTM Version und kommenden kumulativen Updates über das Microsoft Volume License Service Center (VLSC)
  • Sicherheitsupdates werden über Microsoft Update, den Microsoft Update Catalog und das Microsoft Download Center veröffentlicht

  • Alle Client Access Lizenzen (CAL) für den Zugriff auf Exchange Server müssen als Abonnement-Lizenz mit aktiver Software Assurance erworben sein
  • Alle Server Lizenzen, inklusive der für Hybrid Server, erfordern eine aktive Software Assurance, um kumulative Aktualisierungen zu erhalten
  • Produktschlüssel für vollwertige Exchange Server sind im VLSC verfügbar
    Hybrid Server (Koexistenz-Server) erhalten einen kostenfreien Lizenzschlüssen über den Hybrid Configuration Wizard (HCW)

  • Unterstützte Betriebssysteme
    • Windows Server 2019
    • Windows Server 2022
    • Windows Server 2025 (sobald veröffentlicht)

  • Hinweise zu Active Directory
    • Keine Schemaänderung in der RTM-Version
    • Unterstützte Domain Controller Betriebssysteme: Windows Server 2016, Windows Server 2019, Windows Server 2022, Windows Server 2025
    • Forest Functional Level (FFL): Windows Server 2012R2 oder höher

Empfehlung

Exchange Server 2019 ist jetzt der ideale Ausgangspunkt, um im nächsten Jahr eine Aktualisierung auf Exchange Server SE umzusetzen. Da das Zeitfenster ab Verfügbarkeit von Exchange Server SE bis zum Ende des Supports für Exchange Server 2019 und 2016 recht kurz ist, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auf Exchange Server 2019 zu aktualisieren. Und das idelaerweise auf Basis von Windows Server 2022.

Diagramm mit drei Pfeilen, für Exchange Server 2013, Exchange Server 2016 und Exchange Server 2007/2010, die auf Exchange Server 2019 zeigen
Jetzt auf Exchange Server 2019 migrieren

Ganz unabhägig davon, wie die Ausgangslage in der lokalen IT-Infrastruktur aussieht, eine Migration zu Exchange Server 2019 ist der einzig richtige Weg, wenn weiterhin eine lokale Exchange Server Infrastruktur betrieben werden muss. Im zweiten Halbjahr 2024 wird noch das letztes kumulatives Update für Exchange Server 2019 (CU15 / H2 2024) veröffentlicht. Und dies spielt, wie schon zuvor beschrieben eine besondere Rolle auf dem Weg zu Exchange Server SE.

Diagram welches den Übergang von Exchange Legacy Upgrades zu Modern Servicing beschreibt.
Übergang von Exchange Legacy Upgrades zu Exchange Modern Servicing

Die Migration einer nicht mehr unterstützen Exchange Server Version im Rahmen der Koexistienz-Instllation im gleichen Active Directory Forest erfordert eine Multi-Hop-Migration. Solch eine Migration ist zeitaufwändig. Dies ist ein weiterer Grund für eine zeitnahe Migration zu Exchange Server 2019.

Die empfohlenen Upgradepfade sind wie folgt:

Aktuell betriebene VersionExchange Server 2019 CU15Exchange Server RTM
Exchange Server 2013 oder älterNicht unterstützt in der Organisation

Legacy Migration zu Exchange 2019 CU14
Rückbau nicht unterstützter Server
Aktualisierung auf Exchange 2019 CU15 sobald verfügbar
Nicht unterstützt in der Organisation

Legacy Migration zu Exchange 2019 CU14
Rückbau nicht unterstützer Server
Aktualisierung auf Exchange 2019 CU15 oder Exchange Server SE RTM sobald verfügbar
Exchange Server 2016 CU23Unterstützt in der Organisation

Legacy Migration zu Exchange 2019 CU15 sobald verfügbar
Unterstützt in der Organisation

Legacy Migration zu Exchange 2019 CU15 sobald verfügbar
In-Place Upgrade auf Exchange Server SE RTM sobald verfügbar
Exchange Server 2016 CU22 oder älterNicht unterstützt in der Organisation

Aktualisierung auf Exchange 2016 CU23
Legacy Upgrade zu Exchange 2019 CU15 sobald verfügbar
Nicht unterstützt in der Organisation

Aktualisierung auf Exchange 2016 CU23
Legacy Upgrade zu Exchange 2019 CU15 sobald verfügbar
In-Place Upgrade auf Exchange Server SE RTM sobald verfügbar
Exchange Server 2019 CU14 oder neuerUnterstützt in der Organisation

Aktualisierung auf Exchange 2019 CU15 sobald verfügbar
In-Place Upgrade von Exchange Server 2019 CU14 oder CU15 auf Exchange Server SE RTM sobald verfügbar
Exchange Server 2019 CU13Nicht unterstützt in der Organisation

Jetzt auf Exchange Server 2019 CU14 aktualisieren
Aktualisierung auf Exchange 2019 CU15 sobald verfügbar
Aktualisierung auf Exchange Server CU14 oder CU15
In-Place Upgrade auf Exchange Server SE RTM sobald verfügbar
Exchange Server 2019 CU12 und älterNicht unterstützt in der Organisation

Jetzt auf Exchange Server 2019 CU14 aktualisieren
Aktualisierung auf Exchange 2019 CU15 sobald verfügbar
Nicht unterstützt in der Organisation

Aktualisierung auf Exchange Server CU14 oder CU15
In-Place Upgrade auf Exchange Server SE RTM sobald verfügbar
Übersicht der Upgradepfade zu Exchange Server SE RTM

Weitere Informationen sind in Kürze in einer neuen TechTalk-Folge auf YouTube verfügbar.

Links

Viel Spaß mit Exchange Server.

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10 Antworten

  1. Die Empfehlung jetzt auf Exchange 2019 zu migrieren finde ich absolut daneben.
    Das bedeutet, dass ich als Kunde jetzt die 1k€ für den Exchange und dann noch 200 CALs (20k€) ausgebe, damit die dann mit dem Update auf Exchange SE wertlos werden.
    Wenn M$ den Exchange 2019 bis Ende 2025 aus der Lizenzprüfung ausschließt, sodass keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten sind, würde das ja Sinn machen, aber so?
    Dann lieber den offiziellen Testzeitraum von 180 Tagen nutzen und das eben 4-6 Monate vor Release umstellen.

    1. Dies ist eine Möglichkeit, es so zusehen. Aber Exchange 2019 bietet Kunden die Möglichkeit ein In-Place Upgrade durchzuführen.
      Es gibt nicht „den“ einen richtigen Weg.
      Da Exchange Server 2016 nur noch Sicherheitsupdates bekommt, wird mit Exchange Server SE auf jeden Fall ein Legacy Upgrade fällig. Und wer ab dem 14. Oktober 2025 Exchange in einem unterstützen Zustand betreiben möchte (muss), für den wird Exchange Server SE zur Pflicht.
      Exchange Online steht ja auch noch zur Verfügung.

    2. Auf dem MS Artikel steht.
      “As with all previous versions, Exchange Server SE can be used to create a new Exchange on-premises organization from scratch and/or can coexist in an Exchange organization that includes only supported versions (e.g., Exchange 2016 CU23 and/or Exchange 2019 CU14 or later). It cannot be introduced into an Exchange organization with unsupported versions.”

      Was spricht dagegen, Exchange Server SE dann neben den Exchange 2016 CU23+ zu installieren und eine Swing Migration zu machen?

      1. Gegen ein Swing-Migration spricht nun gar nichts. Vielleicht ist ja auch die perfekte Gelegenheit, eine Greenfield-Installation des Active Directory durchzuführen und hierbei ganz nebenbei ganz andere alte Zöpfe anzuschneiden.

  2. Moin,
    die Empfehlung bedeutet aber auch, daß die Kunden für ca. ein Jahr einmal komplett neu durchlizensieren müssten.

    GreeTz

    1. Da passt leider nur die Standardantwort jedes Beraters: Es kommt drauf an.
      Es spiele viele Faktoren hinein. Wichtig ist, aus meiner Sicht, sich *jetzt* mit dem Thema der Migration zu befassen und nicht erst im Sommer 2025. Je nach Größe der Umgebung (Datenmenge) wird eine Legacy Migration entsprechend viel Zeit in Anspruch nehmen.

  3. Hallo Thomas,
    hallo zusammen,

    vielen Dank für die News zum “vNext”.

    Da viele (aktuell zwei (-; ) hier schreiben, dass eine Neulizenzierung für nur ein Jahr in Kauf genommen werden muss…
    Ich gebe zu Bedenken, dass es durchaus die Variante gibt, über den 2019 (als 180d Trial) zu dem SE zu migrieren und letztendlich den SE zu lizenzieren (eher zu abonieren).
    Auf diesem Wege wurden durchaus mehrere Migrationen von 2007 zu 2016 bzw. 2010 zu 2019 realisiert und gehe davon aus, dass dies auch auf dem Weg zum vNext möglich sein wird.
    Siehst Du das anders?

    Beste Grüße
    Daniel

    1. Die Möglichkeiten zur Migration sind, wie auch schon Betrieb von Exchange Server, vielfältig. Exchange Server war und ist eine verdammt tolerante Serverapplikation. Dies gilt insbesondere in Kombination mit einem toleranten Active Directory. Zumindest so lange, bis man eine Hybrid-Konfiguration in Betrieb nehmen möchte.

      Ich gebe aber zu bedenken, dass neben rein technischen Abhängikeiten und Voraussetzungen und den damit einhergehenden Kosten, eine weitere Punkt wichtig ist. Versicherungen berechnen die Höhe der erforderlichen Provisionen für eine IT-Versicherung auch auf der Basis der in einem Unternehmen eingesetzten Software. Und der Betrieb einer nicht mehr unterstützten Softwareversion, die keine Sicherheitsupdates erhält, und hierzu gehört auch das entsprechende Betriebssystem und weitere installierte Komponenten, führt zu höheren Betriebsrisiken und so automatisch zu einer höheren Versicherungsprämien. Im Zweifel kann (und hat) ein Versicherungsunternehmen auch schon mal eine IT-Versicherung verweigert.

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